Qualität berauscht die Sinne

Mit zartem Druck vereine ich langsam ihr feuriges Paradies mit meinem. Wir finden schnell einen gemeinsamen Rhythmus, der sich kraftvoll beschleunigt. Mein hartes Stoßen schiebt ihre Hüfte über unsere Liebeswiese.

Endlich ist Freitag und Feierabend. Ich sehne mich nach einem kühlen Bier.

Den Kühlschrank zu öffnen und mir ein kühles erfrischendes Weizenbier einzuschenken, gehört zu meinen bevorzugten Alltagsritualen. Ich überlege, was ich heute essen oder anstellen könnte. Die ganze Woche über hatte ich keinen Sex, auch nicht mit mir selbst. Mein Girokonto ist gut gefüllt, und so denke ich darüber nach, ein Event wie die „Quantität“ vom letzten Wochenende zu wiederholen. Den Club finde ich bestimmt wieder, und es wäre ja gelacht, wenn ich da nicht mit ein paar Euros Spaß haben könnte.

Ich verwerfe den Gedanken umgehend, da ich automatisch das große Loch erahne, das mich danach einsaugen würde. Was war die Ursache für dieses emotionale Loch? Ist es wirklich so, dass zum Sex auch so was wie Gefühle und Liebe gehören? Ich fühle mich wie nach einer durchzechten Nacht, wenn eine leichte Depression einsetzt. Wie kann man nach so gutem Sex nicht glücklich und zufrieden sein?

Ich frage Google und bekomme keine vernünftige Antwort, als mein Handy das erlösende Biep… biep erklingen lässt. Mit weichen Knien und bibberndem Herzen lese ich: „Bereit für Qualität?“ Mein Herz tanzt und tausende Freude-Moleküle durchfluten mich. Was meint sie wohl jetzt mit Qualität? Mit zittrigen Fingern tippe ich ein: „Ja, sicher!“

Ein wohliges Gefühl durchströmt mich. „Morgen 14.00 Uhr, gleiche Stelle“ textet sie. So sehr ich nach mehr Kommunikation giere, für heute bleibt es die einzige Nachricht. Hurra! Ich habe zwar keinen Hunger mehr, das Bier jedoch ist in riesigen Zügen innerhalb von drei Minuten runter gespült. Eine erwartungsvolle Unruhe kriecht meinen Rücken hoch. Noch nie in meinem Leben war ich schärfer darauf, ein Rätsel zu ergründen. Was versteht Catherina Peters unter Qualität?

Nach einer fürchterlichen Nacht, in der ich alles durchdacht habe, was du, lieber Leser, dir nur erträumen kannst, entscheide ich mich für ein grandioses Frühstück.

Ich verrate dir jetzt das geheime Rezept für mein Super-Spezial-Rührei. Musst du unbedingt probieren.

Ich schnipple eine halbe Zwiebel klein und brate sie in Butterschmalz leicht an. Dann schlage ich zwei Eier direkt in die Pfanne und verrühre sie bei mittlerer Hitze. Dann füge ich Salz hinzu, Pfeffer, Thymian, Oregano und, ganz wichtig, eine Scheibe Schmelzkäse. Diese Mischung wird gerührt und bevor sie fest wird, kommt eine halbe, klein gewürfelte Tomate dazu und als abschließendes Highlight eine ordentliche Menge getrocknetes Chilipulver.

Ich treffe das Ei auf den Punkt, flüssig und nicht schon fest oder gar trocken. Ich schichte mein Rührei auf eine Brötchenhälfte und verspeise sie genüsslich. Dazu gibt es Milchkaffee. Extrem lecker! Ich fühle mich wie ein König. Mir schmeckt es wie in einem Fünf-Sterne-Restaurant.

Die Zeit bis 14.00 Uhr vergeht zäher als eine Mischung Zement mit Sekundenkleber. Ich fühle mich wie ein Tiger im Käfig und laufe Runde um Runde in meiner Wohnung, bis ich endlich aufbrechen kann.

Ich bin zu früh am Treffpunkt, das kennt man ja schon von mir. Catherina ist wieder pünktlich wie die Maurer an der Kreuzung. Ich springe in ihren Wagen und wie immer lächelt sie mich freundlich an. „Hi“ sagt sie beschwingt, während ich mir lediglich ein „Hallo“ abquetsche.

Irgendetwas ist heute anders als sonst. Ich kann die Ursache allerdings nicht einmal nebulös erahnen. Wie du weißt, geschieht es zum wiederholten Male, dass wir schweigend zu neuen und meistens überraschend intensiven Erfahrungen fahren. Wird es heute ähnlich sein? Ich denke wehmütig an meine Einsamkeit, als Catherina nach unserem unglaublich intensiven Sex auf dem Tisch den Club einfach verlassen hat.

So fahren wir wohl gut fünfzehn Minuten lang, ich bin in meiner Traumwelt unterwegs. Ein innerer Impuls lädt mich ein, meine Hand auf ihre gebräunten Schenkel zu legen, die sich hoch erotisch unter ihrem hochgeschobenen Kleid zeigen. Aus einem Grund, den ich selbst nicht verstehe, verwerfe ich den Gedanken wieder.

Wir fahren halten auf einem großen Hof in einem Industriegebiet. Mir fällt auf, dass ich keine Ahnung habe, wo wir sind. Nach dem Aussteigen folge ich Catherina über eine rostige Treppe, die zu einer alten Stahltür führt.

Sie klingelt und keine fünf Sekunden später antwortet der Summer des Türöffners. Langsam steigt wieder meine Anspannung. Ich bin mir nicht mehr so sicher, dass der Trip hierher eine gute Idee war.

Ich bin zum Beispiel kein Freund von Schmerzen oder ähnlichen seltsamen Freuden. Wie soll ich mich verhalten, wenn das jetzt eine Sado-Maso-Nummer wird?

Ich folge Catherina in einen quadratischen Raum, in dem alle Wände mit bunten Tüchern verhüllt sind. Auf dem Holzboden aus dunklem, geöltem Parkett stehen überall weiße Kerzen in verschiedenen Größen. Viele Düfte füllen den Raum. Lavendel und Moschus kann ich identifizieren.

Eine Frau in einem roten Sari faltet die Hände mit gestreckten Fingern und verneigt sich. „Namasté“, begrüßt sie uns vollkommen akzentfrei. Auch Catherina faltet die Hände und nickt: „Wir freuen uns hier zu sein.“ Nun bin ich wirklich verwirrt und unsicher, was ich tun soll. So wie es aussieht, wird zum Glück im Moment von mir nichts erwartet.

Wir werden in ein Zimmer geführt, in dem zwei mit Tüchern bezogene Matten am Boden auf uns warten. Weiter hinten teilt ein Paravent den Raum. Drei weiße Marmorstufen führen hinauf zu einem mit Wasser gefüllten, quadratischen Becken. Der ganze Raum ist von Kerzenlicht durchflutet und strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Ich höre den Dalai Lama leise Mantras singen.

Drei weitere Frauen, um die 35 bis 45 Jahre alt und ebenfalls in rote Saris gehüllt, betreten den Raum. Auch sie verneigen sich vor uns, jedoch wortlos. Da ich höflich sein will, grüße ich auf die gleiche Weise zurück. Catherina erwidert den Gruß ebenfalls.

Zwei der Damen – sie sind indischer Herkunft, vermute ich – geleiten mich hinter den Paravent, sodass ich Catherina aus den Augen verliere. Sie streifen mir Stück für Stück meine Kleidung ab.

So etwas habe ich noch nie erlebt. Das Ganze vollzieht sich irgendwie magisch. Kein Ziehen, kein Zerren, in Windeseile bin ich splitterfasernackt. Eine der Frauen lässt ihren Sari zu Boden gleiten und nimmt mich an die Hand. Sie geleitet mich die Treppe hinauf zu dem quadratischen Wasserbecken. Sie ist wunderschön, hat pralle feste Brüste mit dicken Knospen und einen einladenden festen Hintern. Erstaunlicherweise ist das alles für mich vollkommen nebensächlich.

Wir setzen uns in das Becken. Ich bin kaum erotisiert, sondern eher freudig gespannt. Das Wasser ist wunderbar angenehm auf Körpertemperatur, sodass ich gar nicht spüre, wie ich eintauche. Sie streichelt mir über das Gesicht und die Augenlider, was mir bedeutet, meine Augen zu schließen. Ich lasse mich einfach fallen. Sie setzt sich hinter mich und umschließt mich mit ihren Armen. Ich werde sanft geschaukelt und kann ihre Brüste an meinem Rücken spüren.

So ähnlich muss sich ein Baby in der Gebärmutter fühlen. Jetzt spüre ich, dass auch die zweite Frau ins Wasser gekommen ist. Andächtig beginnt sie, jeden Zentimeter meines Körpers zu reinigen. „Waschen“ wäre der falsche Ausdruck, es ist eher eine reinigende Massage oder massierende Reinigung. Eine Andacht, vollzogen an meinem Körper.

Intuitiv weiß ich, dass Catherina eine ähnliche Erfahrung macht. Denn ab und zu vernehme ich ein Geräusch, das nicht von meiner Seite des Beckens kommt.

Ich lasse die Augen geschlossen und erfahre meine weihevolle Reinigung an jedem einzelnen Zeh, Millimeter für Millimeter, an Beinen, Fingern, Händen, Armen, Hals und Brust.

Zwischen den einzelnen Körperteilen folgt immer eine Pause, in der ich wie ein Baby geschaukelt werde.

Mit größter Selbstverständlichkeit wird auch mein Lingam gereinigt. Das hat fast nichts Erregendes, sondern gleicht eher einer sehr zarten und intensiven Massage, einem Umsorgen in Geborgenheit. Auch wenn es meinem Prinzen zu gefallen scheint und er sich aufrichtet, um zu schauen, was passiert – es bleibt bei einer Reinigung, die kein weiteres Ziel verfolgt. Ich fühle mich zeitlos, als läge ich hier schon seit Stunden im Becken.

Als ich von vier Händen aus dem Becken geführt und abgetrocknet werde, finde ich es beinahe traurig, dass das Bad vorüber ist. Ich lege mich auf die mit bunten Tüchern bedeckte Matte. Eine warme Hand fängt an, meine Lendenwirbelsäule sanft mit Öl zu massieren. Ich atme tief durch und erlaube der Entspannung, mich mehr und mehr zu füllen.

Die Hand kreist und kreist, als eine weitere hinzukommt, dann noch eine bei den Schultern. Die Hände scheinen überall gleichzeitig zu sein. Mein Rücken, die Arme, die Beine, alles wird mit warmem Öl überschüttet.

Es fühlt sich an, als würde ich überall mit diesen tief entspannenden kreisenden Bewegungen massiert. Normalerweise wäre dieses Erlebnis für mich hoch erotisch, aber mein Phallus bleibt klein und ich gebe mich der totalen Entspannung hin.

Wenn die Energiezentren, die in den meisten Quellen „Chakras“ genannt werden, in körperlich-sinnliches Erleben mit einbezogen werden, sollen die Gefühle dabei eine ganz andere Dimension bekommen. Ich horche in mich hinein und erahne leise und wachsend, was damit gemeint sein könnte.

Was für ein meilenweiter Unterschied besteht doch zwischen einem „Es sich mal schnell selber machen“ und erotischen Erfahrungen einer tieferen Dimension. Ich sehne mich sehr danach, diese Tiefe mit Catherina zu erkunden. Habe ich diesen Gedanken gerade gedacht? Ich habe ja eine Menge von Büchern gelesen, verstand jedoch unter Sex meist meine individuelle Erfüllung, also eher geiles Ficken und schnelles Kommen. Wie mag Catherina sich in diesem Moment auf der Matte neben mir fühlen?

Es ist ein Traum, von vier bzw. gefühlten acht Händen gleichzeitig massiert und ohne erkennbares Ziel einfach verwöhnt zu werden. Die Hände finden nun den Weg an meinen Oberschenkeln hinauf. In wiederkehrenden Bewegungen erreichen sie meinen Damm. Erst langsam und behutsam, dann immer stärker konzentriert auf diese Akupunktur-Punkte der Lust.

Es ist das erste Mal, dass jemand bei mir diese Region so intensiv und kreisend massiert. Die Hinwendung an diese Lustzone lässt Gefühle entstehen, die diesen Bereich fester und voller erscheinen lassen. Die Lust steigt in mir wie Glut, entfacht durch einen sanften inneren Luftzug.

Zwei Hände legen sich gleichzeitig auf meine Lendenwirbel und streichen meinen Rücken empor, über den Hals, durch die Haare, bis zur Mitte meines Kopfes.

Diese Berührung wiederholt sich stetig, ich kann die Energie mit geschlossenen Augen fließen sehen. Die Lust steigt in mir auf in Form eines gleißenden Lichtes und füllt meinen ganzen Kopf aus. Es wird immer heller in meinem Kopf. Mein ganzer Rücken kribbelt, als würde ich von zärtlichen Ameisen gebissen.

Mehr und mehr Energie steigt hoch, und die Hände, die meinen Damm streicheln, wandern zu meinen Perlen und behandeln auch meine Juwelen.

Ich atme die Energie in meinen Kopf und habe das Gefühl, schwerelos zu sein. Die Hände bedeuten mir, mich umzudrehen. Ich lasse die Augen geschlossen und liege nackt auf einer Matte vor irgendwelchen fremden Personen. Können Personen, mit denen du so intime und vertraute Erfahrungen machst, überhaupt fremd sein? Vielleicht gibt es ja so etwas wie eine Verbundenheit zwischen Menschen auf einer „Schwingungsebene“?

Den aufkeimenden Gedanken, dass ich mich eigentlich genieren müsste, schiebe ich bereitwillig beiseite. Nun wird meine Vorderseite ebenfalls von warmen, öligen Händen verwöhnt. Hände berühren meine Stirn und streichen über Nase, Mund, Hals und Brust bis hinunter zum Bauch.

Aus einem inneren Impuls drücke ich meine Zunge an den Gaumen und das Licht aus meinem Kopf schießt augenblicklich in meinen Bauch, entlang der Linie, die von den hingebungsvollen Händen dort zuvor gezogen wurde. Die kreisenden Hände scheinen das Licht aufzuwickeln wie auf eine Spule, wobei helles Licht in meinen Bauch strömt. Ich atme die ganze Energie in meinen Bauch, der sich wohlig warm anfühlt.

Ich frage mich, wie ich wohl aus den Augen eines stillen Beobachters aussehen mag, so nackt und schweigend. Dieser Gedanke stört allerdings nurund die Entscheidung, mich weiter hinzugeben, ist die einzige Wahl. Ich fühle nur meinen hellen, warmen Bauch und atme genau dort hin.

Wieder wandern die Hände über meinen Damm und zu meinen Perlen. Wie zufällig streichen sie über mein stahlhartes Lingam. Ohne Forderung und ohne Ziel. Meine innere Stimme spricht zu mir: „Jordan, du erlebst gerade einen Liebesakt der besonderen Art!“

Weitere Hände berühren gleichzeitig die oberste Stelle auf meinem Kopf (wo das siebte Energiezentrum/Chakra sich befinden soll) und wieder fließt Licht aus meiner sich ausdehnenden Lustzone den Rücken entlang meine Wirbelsäule hinauf.

Beständig füllt mein Kopf sich mit Licht, während ein massierender Finger auf meiner Stirn kreist. Die Energie wird wie auf einer Spindel aufwickelt. Erneut presse ich meine Zunge wieder gegen den Gaumen und erfahre, wie die Energie ganz ruhig Richtung Bauch strahlt. Ohne dort zu verweilen fließt es weiter in meinen Lingam, der inzwischen intensiver beachtet wird.

Das Licht vollzieht wieder den Lauf über den Damm und die Wirbelsäule hinauf und ich erfahre, wie sich der Kreis schließt. Auch wenn ich abwechselnd die Energie in meinen Kopf und meinen Bauch atme, so ist sie doch überall gleichzeitig und füllt meinen ganzen Körper. Die massierenden Hände an meinem Kopf und in meiner Lustzone scheinen die Energie wie Pumpen zu beschleunigen. Mein ganzer Körper scheint zu glühen. Hoch konzentriert und bewusst atme ich die Energie in einem Kreis durch meinen Körper.

Meine Lust steigt und steigt. Verwundert stelle ich fest, dass es nicht um einen Abschuss geht, sondern darum, die Energie in Fluss zu halten. Ein Orgasmus würde alles vorzeitig zerstören, und so atme ich weiter tief in meinen Bauch und danach wieder hoch in meinen Kopf.

Den Händen, die mich durch diese Empfindungen führen, vertraue ich inzwischen so stark, dass ich ihnen auch meine Seele anvertrauen würde. Sie streicheln mich weiter und bedeuten mir stumm, dass ich mich aufsetzen soll. Man hilft mir in den Schneidersitz. Auch wenn die Konzentration kurz weg ist, spüre ich die Energie weiter fließen.

Ich öffne zögernd die Augen und sehe erst verschwommen, dann klarer, Catherina vor mir sitzen.

Sie ist so nackt wie ich und atmet ebenfalls tief und fest. Wir schauen einander in die Augen und unsere Blicke verfangen sich sofort in einer gemeinsamen, intimen Zeitlosigkeit, in der nur wir beide wichtig sind. Ich sehe nur noch ihre Augen. Wir atmen beide unsere Energie ein und aus, als Teile eines gemeinsamen Kreislaufs. Es ist ganz klar, was nun passieren muss, denn wir atmen synchron und unsere Augen sind eins.

Eine Hand schiebt leicht gegen meine Lenden. Ich richte mich auf und beuge mich vornüber. In spiritueller Verbundenheit mit ihren Augen nehme ich wahr, wie meine Shiva sanft auf den Rücken gleitet. Ich neige mich über sie, vollkommen synchron mit ihrer Atmung. Wie selbstverständlich dringe ich in Catherina ein.

Die Energie fließt meinen Rücken hinauf in den Kopf und durchflutet ihn mit Licht.

Ich sehe nur ihre Augen und möchte darin versinken. Unsere Lippen finden sich, als etwas Unglaubliches geschieht. Das ganze Licht, die ganze Energie schießt wie ein Blitz durch meinen Mund in meine Shiva. Sie zuckt kurz unter mir zusammen und scheint die Energie zu absorbieren, bis das Licht wieder wie Wasser aus einer Quelle quillt.

Das Licht fließt in meine Lustzone, die heller ist als je zuvor, und verbrennt fast meinen Lingam. Mein ganzes Becken ist mit Energie geflutet, beinahe bekomme ich Angst ob der enormen Fülle.

Ich begreife, dass es sich um die Energie von uns beiden handelt. Ich leite sie wieder über meine Wirbelsäule zu meinem Kopf, mit dem Resultat, dass sie nun in Form eines Lichtbandes strömt, zu meinem Kopf, durch meinen Mund und zurück. Es ist eine Erfahrung, die in allen verfügbaren Worten aller Sprachen nur unzureichend beschrieben werden kann.

Ob die Energie in meinem Bauch, in meinem Kopf oder bei meiner Shiva ist, hat keine Bedeutung. Das Licht fließt einfach in einem riesigen Kreislauf. Das Universum atmet durch uns ein und aus.

Ich spüre wieder Hände an meinem Rücken und ahne, dass sich etwas verändern wird. Doch die Hände streicheln wie zuvor die Energiebahnen entlang. Dadurch beschleunigt sich unser Energiefluss nochmals. Auch meine Erregung steigt und bringt mich dem Finale immer näher, ohne dass ich dies zum Ziel habe. Die Lust steigt in meinem Sexualzentrum wie ein heißes Wasser kurz vor dem Siedepunkt.

Dann greifen die Hände zu. Sie pressen mich gegen Catherinas Lenden, drücken meinen Körper gegen ihre Brüste und bedeuten mir, meine Muskeln anzuspannen. Mein Atem rast und ich spanne alle Muskeln an. Catherina spiegelt meine Reaktion perfekt.

Mein Atem pausiert und einen Moment lang herrscht absolute Ruhe. Lediglich mein Puls durchdringt die Stille, bubum bubum bubum, sonst nichts.

Kurz darauf explodiert es in meinem Kopf. Ein Feuerwerk von tausenden Raketen, ein Konzert aus tausend Posaunen, Lichtblitze wie beim schönsten Gewitter. Wellen voller Erregung durchlaufen meinen Körper und unter mir bäumt Catherina sich auf, in absoluter Ekstase.

Weitere Wellen breiten sich in meinem Körper aus, mehr und mehr, wieder und wieder. Ich lasse es geschehen. Ich verschmelze mit dem Körper unter mir, wie ein Eintauchen, wie Eins-werden. Ich sehe unsere Körper nur noch als ein einziges Licht ohne feste Form. Nur Energie.

Schwer atmend liegen wir eng umschlungen, Catherina und ich.

Vollkommen eins fühle ich mich, mit ihr, mit mir, mit dem Kosmos und mit allen Wesen auf dieser Erde. Ich spüre das Leben und den großen Zusammenhalt, die Kraft, die alles umgibt und miteinander verbindet. Ich durfte sie kanalisieren und meine Seele trank aus ihr ein paar goldene Tropfen. Einen Augenblick lang waren wir nur Energie, zwischen Leben und Tod, ein einziges Wesen, mehr tot als lebendig oder in bewusstem Kontakt mit unserem göttlichen Wesenskern.

Ich lasse die Augen geschlossen und spüre aus allen Richtungen Hände, die mich zärtlich berühren. Ich kann sie nicht zählen, sind es vier, acht oder gar mehr? Sie streicheln ruhig über meinen öligen Rücken. Langsam schieben sie mich weg von Catherina, sodass ich auf der Seite liege.

Weiche warme Hände berühren jeden Zentimeter meiner nackten Haut und die Wahrnehmung unbeschreiblicher Gefühle setzt sich fort. Meine Hände spüren Catherina noch neben mir. Wir atmen ruhig und genießen die zärtliche Massage. Ich will diesen Zustand auskosten, solange es geht, aber langsam hat die Welt mich wieder. Ich blinzele vorsichtig.

Catherina blickt mir lächelnd entgegen. Um uns herum nehme ich viele Personen wahr, die uns mit aller Zärtlichkeit verwöhnen. Immer noch bin ich auf Catherinas Augen fixiert, die Berührungen werden weniger und über uns wird ein riesiges, buntes und dünnes Seidentuch gebreitet. Es bedeckt uns ganz und gar, bis über unsere Köpfe.

Ich kuschele mich ganz nah an sie und wage einen Kuss, den sie sofort erwidert. Es ist warm und sehr intim unter dem Tuch, es erlaubt uns unsere eigene, private Welt. Aus einer Ecke des Raumes dringt balinesische Musik: Ein Gamelan-Orchester spielt für uns. Nichts außer uns scheint zu existieren. Catherinas Küsse werden fordernder und leidenschaftlicher.

Schon steigt die gesamte Energie, die ich zuvor gespeichert habe, in mir auf. Sie konzentriert sich in meinen Lenden und ich spüre eine sehr irdische Ur-Energie in mir toben. Eine animalische Kraft, die an diesem Abend kultiviert und gezähmt wurde und in meinem Kopf explodiert ist.

Diese Kraft ist auch jetzt noch sehr präsent. Sie will heraus aus meinem Stammhirn und sich über mein Lustzentrum ausdrücken.

Ich fasse Catherinas Hüften und presse mich an sie. Dann dringe erneut in sie ein, mit einer Leichtigkeit, als seien wir für einander geschaffen. Sind wir das etwa?

Mit zartem Druck vereine ich langsam ihr feuriges Paradies mit meinem. Wir finden schnell einen gemeinsamen Rhythmus, der sich kraftvoll beschleunigt. Mein hartes Stoßen schiebt ihre Hüfte über unsere Liebeswiese. Ich möchte mehr Druck aufbauen und schiebe meine Hand unter ihr Steißbein. Jetzt entkommt sie mir nicht mehr. Ich habe sie in meiner Gewalt und stoße kraftvoll zu.

Wir küssen uns noch einmal, bis sich Catherinas Finger unnachgiebig in meinen Rücken krallen und sie unter mir lustvoll keuchend ihrer Geilheit Ausdruck verleiht. Ich spüre die Energie von tausend Männern, die sich in den letzten Stunden in mir aufgestaut hat. Mir wird schwindlig, alles dreht sich. Ich stoße weiter, bis es passiert: Die Explosion in meinen Lenden erfasst meinen ganzen Körper. Meine Arme und Beine zucken unkontrolliert. Von einer Millisekunde auf die andere bin ich nicht mehr stark, sondern klein und verletzlich, zuckend auf meiner Geliebten.

Ich habe ihr all meine Energie gegeben und wir nehmen uns alle benötigte Zeit, um wieder zu Atem zu kommen. Noch immer sind wir in unserer Tuchhöhle versteckt und ich liege auf ihr, eng mit ihr verbunden. Was für ein schönes Gefühl. Über uns das Tuch und unter mir ihr zitternder, warmer Körper, der sich an mir festhält.

Ich orientiere mich, finde zurück in die Realität. Ich genieße meine Gefühle und konzentriere mich darauf, diese vollkommene Zufriedenheit abzuspeichern. Deshalb drücke ich mit dem Fingernagel ins Nagelbett meines linken Daumens, um einen Anker zu setzen. Keine Ahnung, ob das funktioniert, aber einen Versuch ist es wert. Dieses Gefühl will ich ganz bestimmt wieder einmal durchleben und würde es liebend gerne abrufen können.

Ich drehe Catherina unter mir zur Seite, sodass ich ihr Löffel sein kann. Sie kuschelt sich sofort friedvoll in diese Mulde. Sie hält meine Hand fest und atmet ruhig. Immer noch unter dem Tuch, Haut an Haut und sehr eng umschlungen schlafen wir beide selig ein.

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