Ticket zur Achterbahn der Lust

Kurz vor dem Punkt an dem ich schreien möchte, schubst sie mich sanft über die Klippe. Ich stöhne laut auf und ergieße meine Energie, all meine Lava der letzten Woche, all meine Erregung in ihren Mund.

Es ist Samstag, sechs Uhr früh, und ich kann beim besten Willen nicht mehr einschlafen. Also los, erst mal einen schön starken Kaffee eingefahren und unter die Dusche. Alles schön einseifen und glatt rasieren. Die Zeit bis zu unserem Treffen überbrücke ich mit einem Großputz. Die Minuten schleichen dahin und ich bin aufgeregter als bei meiner ersten Verabredung vor gefühlten 30 Jahren.

Mit mir selbst spaßend, ziehe ich in Erwägung, unter meiner Jeans keine Unterhose anzuziehen und muss unwillkürlich grinsen. Um halb zwei mache ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg. Wohltuend erfrischt die inzwischen kühlere Luft meine Sinne. Es ist gerade warm genug, um im T-Shirt nicht zu frieren. Das Treten in die Pedale hilft wirkungsvoll, meine Aufregung zu verdrängen.

Natürlich bin ich viel zu früh an der Kreuzung und warte. Gedanken an unser erstes Treffen gehen mir durch den Kopf. Aufregung und Erregung wechseln miteinander ab. Um Punkt 14.00 Uhr sehe ich einen blauen Golf um die Ecke biegen. Am Steuer meine heiß ersehnte Catherina. Sie hupt und hält direkt vor mir an. Ich springe auf den Beifahrersitz und sauge ihren Anblick in mich auf.

Sie trägt ein Trägershirt, Jeansrock und weiße Ballerinas. Sie ist noch bedeutend schöner, als ich sie mir die letzten beiden Wochen vorgestellt habe.

Sie lächelt mir entwaffnend und offen zu und sagt einfach „Hi“. Natürlich fällt mir ein sehr beeindruckendes „Hi“ als Antwort ein.

Ich schließe die Tür und los geht die Fahrt. Ich schaue gar nicht so richtig, wohin es geht, sondern genieße einfach, Catherina von der Seite betrachten zu können. Sie lächelt und wie immer sprechen wir kein Wort. Es is kein peinliches Schweigen, sondern das Schweigen unter Freunden, die einander vertrauen. Was für einen Quatsch rede ich hier? Aus welchem Grund sollte ich ihr vertrauen?

Nach kurzer Fahrt gelangen wir in ein Industriegebiet und parken vor einer großen, blauen, offenbar älteren Gewerbehalle.

„Wir sind da“, sagt sie, wie immer freundlich lächelnd.

Wir steigen aus, wobei sie mich an die Hand nimmt. Ich habe nur noch Fragezeichen in meinem Kopf. Wir gehen um die Ecke der Halle, bis wir zu einem Eingang gelangen mit einem Sichtschutz aus Holz zur Straße hin, wie er in Gärten verwendet wird. Zielstrebig dirigiert Catherina mich auf den Eingang zu und drückt einen riesigen „Not Aus“ Knopf, der als Klingel fungiert. „Ob das wohl ein gutes Omen ist?“, frage ich mich im Stillen.

Es öffnet uns ein kahl geschorener Mann in Lederklamotten, wie sie bei Rockerbanden üblich sind. Er hat gut und gerne 150 Kilo. Dieser Anblick sorgt nun endgültig dafür, dass sich meine Knie in den berühmten Pudding verwandeln. Wenn du nicht weißt, ob du die nächsten fünf Minuten überlebst, kommen dir die wildesten Gedanken.

Fliehen? Schreien? Oder einfach nur sterben? Ich entscheide mich für das Sterben und lasse mich von Catherina und dem unbekannten Mann in den dunklen Eingang hineinziehen.

Von innen kommt uns dumpfe Musik entgegen und es ist, als ob man in eine dieser düsteren Diskotheken eintritt.

Wenn es überhaupt Licht gibt, dann nur Schwarzlicht. Das dumpfe Grollen eines Basses und ein dunkler Gang. Fehlt nur noch ein Esel, der mir entgegen kommt. Allerdings kommt kein Esel, sondern eine bildhübsches Mädchen. Sie mag vielleicht fünfundzwanzig Jahre alt sein, die Haut braun wie Schokolade, Körbchengröße A und bekleidet mit schwarzen Dessous vom Feinsten.

Sie ist der absolute Hammer, denn ihre Haut scheint aus Seide zu sein. Durch das Schwarzlicht blenden mich ihre weißen Zähne. Sie stellt sich vor mich hin und sagt lächelnd: „Hallo, ich bin die Cleo und nehme dich jetzt mit!“

Ich glaube, mir entgleist gerade das Gesicht. Die süße Catherina hält immer noch meine Hand und wendet mir ihr Gesicht zu. Sie gibt mir einen Kuss, flüstert mir ein „Viel Spaß“ ins Ohr, dreht auf dem Absatz um und verschwindet in Richtung Ausgang. Ich stehe mit dem Riesenkerl und Cleo im dem dunklen Flur und fühle mich fürchterlich einsam.

Bevor ich darüber nachdenken kann, schnappt sich Cleo meinen frei gewordenen Arm und zieht mich hinter ihr her.

Am Ende des düsteren Flurs schiebt sie mich durch eine Tür in einen hell erleuchten Umkleidebereich, es sieht aus wie in einem Schwimmbad. Cleo drückt mir ein weißes Handtuch und einen Bademantel in die Hand und erklärt: „Hier kannst du duschen. Ich erwarte dich im Bademantel hier vor der Tür!“

Etwas überfordert stehe ich in der großen Umkleidekabine. Rechts an der Wand vielleicht 50 Spinde mit Schlüsseln zum Abziehen. Gegenüber sind fünf Duschen in die Wand eingelassen.

Außer mir ist niemand anwesend. Ich ziehe mich aus, schnappe Bademantel und Handtuch und gehe mit weichen Knien Richtung Dusche.

Ich wähle einen Spind, werfe Kleidung samt Schuhen hinein und ziehe den Schlüssel ab. Meine Blicke schweifen über die Türen der einzelnen Fächer. Ich muss feststellen, dass nicht ein einziger Spind belegt ist. Die Duschen wirken erstaunlich hygienisch und blank geputzt. Ich dusche ausgiebig unter einem großen festen Wasserstrahl. Erst warm wie in der Badewanne und zum Schluss, um die Sinne zu schärfen, ein paar Sekunden lang eiskalt.

Auf geht’s! Bademantel an, den Schlüssel in die Tasche und barfuß in den Flur. Ich bin erleichtert, als Cleo noch da steht und mir lächelnd ein Paar Filzpantoffeln in die Hand drückt, die ich umgehend anziehe.

„Folge mir“, sagt sie und zieht mich am Arm auf eine breite Wendeltreppe zu. Ich folge ihr mit steigender Anspannung und freudiger Erwartung.

Von der ersten Kurve der Treppe aus kann ich die Halle überblicken. Der Raum hat tatsächlich dieses düstere Diskotheken-Flair. Genau in der Mitte befindet sich ein riesiger, mit Unterwasserscheinwerfern blau erleuchteter Pool. Mit Leichtigkeit überstrahlt er als Lichtquelle alle anderen kleinen Lichterketten, die im Raum verteilt sind.

Um den Pool sind Liegen angeordnet, mit dicken weichen Auflagen, wie im Mallorca-Hotel. Rechts die Bar, sie ist fast im Dunkeln verborgen und offenbart keine näheren Details. Im Raum verteilt ragen künstliche Palmen aus würfelförmigen schwarzen Containern.

An einem dieser Würfel erkenne ich eine kleine Gruppe von Damen, alle nur mit Dessous bekleidet. Ich glaube, es sind vier oder fünf. Ohne weiteres Schauen oder Nachdenken werde ich von Cleo um die Kurve der Treppe gezogen und lande im nächsten langen Flur. Cleo schiebt mich durch die erste angelehnte Tür. Ich finde mich unversehens in einem kleinen fensterlosen, lauschigen Zimmer.

Es erinnert stark an ein Bordell, wie man es aus alten Filmen kennt. Die Einrichtung in Rot gehalten, ein Waschbecken an der Wand und in der Mitte ein 140-cm-Bett mit schwarzen Stahlstangen. Dazu gedämpftes Licht.

Hören kann ich weiterhin nur die dumpfe, undefinierbare Musik aus der Halle. Hinter mir fällt die Tür ins Schloss. Mit einem Schlag verwandelt sich meine Neugierde in Spannung.

Von hinten schließen sich Hände um meinen Bauch, öffnen die Knoten des Bademantels und streifen ihn mir von den Schultern, sodass er zu Boden gleitet. Fingernägel kratzen mir leicht über den Rücken.

Ich erschauere, bekomme eine Gänsehaut und auch in meine Lenden strömt Energie, die ich in all der Aufregung aus den Augen verloren habe. Ich drehe mich um und erlebe, wie Cleo mir ohne Vorwarnung ihre Zunge fordernd in den Mund schiebt.

Ich dränge sie zum Bett, in das wir uns fallen lassen. Ich bin überrascht, wie zärtlich und zugleich verlangend sie agiert, zumal wir uns vollkommen fremd sind. Ihrer schönen Unterwäsche hat sie sich bereits entledigt und sofort fühlt es sich an, als wäre es nicht das erste Mal mit ihr. Wir küssen und streicheln uns.

Ich knete sanft ihre traumhaften Brüste, während ihre Hände und Zunge sich an allen meinen sensiblen Körperteilen gleichzeitig austoben.

Ich lege mich auf den Rücken. Dann taucht sie ab und beschäftigt sich ausgiebig mit meinem empfindlichsten Teil. Sie legt ihren Kopf in meinen Schoß und was sie da tut, kann ich nur erahnen. Es fühlt sich an wie aus der Anleitung zur perfekten Fellatio.

Eine Erregung steigt in mir auf, die ich kaum zu bändigen weiß. In wenigen Sekunden bin ich bereits kurz vor dem Finale. Mein Atem rast, mein Puls galoppiert.

Ja, jetzt gleich! Cleo, ganz Profi, lässt von mir ab und erlaubt mir, zu Atem zu kommen. Ich öffne die Augen und werfe ihr einen Blick zu. Ihre dunklen Mandelaugen schauen mich verschmitzt an, gefolgt von einem Augenzwinkern. Ihre Zunge beschäftigt sich mit meiner hoch erregten Männlichkeit, während sie den Blickkontakt mit mir hält. Ich fühle mich an den bekannten Spruch „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“ erinnert. Für mich liegt aktuell die pure Wonne im Betrachten.

Zu beobachten, was Cleos erfahrene Zunge mit mir treibt, führt mich Richtung Wahnsinn. Von der sinnlichen Wahrnehmung her ist es nur ein ganz leichtes Streicheln, im Kopf jedoch vollziehen sich Kaskaden von Bildern, die sich unwiderstehlich in mein Unterbewusstsein brennen.

Sie beschleunigt den Rhythmus und ich schließe einfach die Augen und lasse mich in den Strudel der Lust einsaugen.

Ich habe wirklich keine Ahnung, was und wie Cleo das macht, aber sie scheint genau zu wissen, wann ich kommen werde.

Diesen Punkt weiter hinauszuzögern und genau zu wissen, dass sie gerade die komplette Kontrolle über mich besitzt, scheint sie weiter anzuspornen und zu erregen.

Kurz vor dem Punkt, an dem ich schreien möchte, schubst sie mich sanft über die Klippe. Ich stöhne laut auf und ergieße meine Energie, all meine Lava der letzten Woche, all meine Erregung in ihren Mund. Dies völlig willkommen heißend, verharrt sie in ihrer Position, bewegt sich nicht und lässt mich zu Atem kommen.

Mit geschlossenen Augen sehe ich Sternchen flimmern, während sich meine Atmung nur langsam beruhigt. Cleo löst sich von mir und beugt sich über mich. Stell dir jetzt einmal diese Szene vor, wie sie mit ihrer Zunge über ihre Lippen fährt wie nach einem guten Essen. Dazu lächelt sie mich an.

Als Dessert zu diesem paradiesischen Mahl kuschelt sie sich in meine Armbeuge, streichelt meinen Bauch und schnurrt wie ein Kätzchen. Wir sprechen kein Wort. Nichts ist peinlich, nichts falsch, sondern alles ist genau richtig.

Nach einer kleinen Unendlichkeit richtet sie sich auf und fragt: „Gehen wir?“

Ich nicke nur und ziehe Bademantel und Pantoffeln an. Cleo geht unbefangen nackt zur Tür und mir voran die Wendeltreppe hinunter. Schon wieder leicht verunsichert werfe ich einen Blick in die große dunkle Halle und folge ihr.

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